Die Arbeitsweise des Projektes BALFINplus lehnt sich an das allgemein anerkannte und praktizierte Fachkonzept des Casemanagements (Gesundheitswesen, Jugendberufshilfe, soziale Arbeit) an. Die Problemstellungen der Ratsuchenden sind komplex und werden vor dem Hintergrund des systemischen und lösungsorientierten Beratungsansatzes bearbeitet, als auch das Netzwerk auf vorhandene weitere Hilfsmöglichkeiten geprüft und einbezogen (Casemanagementansatz).

Zu beobachten ist, dass die Belastungspotentiale der multiproblematischen Lebenslagen immer existentieller werden, also nicht mehr nur psychische und psychosoziale Ausprägungen haben, sondern ganz konkrete Existenzkrisen hervorrufen, wie z.B. (drohende) Wohnungslosigkeit und Stromsperren, fehlendes Einkommen wegen Sanktionierung des ALG-II-Bezuges, Isolation aufgrund von Sucht oder Kriminalität als Beschaffungsdelikt.

Die Wahrnehmung der Zusammenhänge zwischen psychosozialen Problemen und Entstehung von Schulden sind Vorraussetzung, um neue Schulden zu vermeiden. Die Auseinandersetzung mit den (kostspieligen) Konsequenzen bisheriger Verhaltens- und/ oder Konsummuster sowie Aufzeigen geeigneter Handlungsalternativen sind Inhalte der Beratung.

Zur Stabilisierung der Lebens- und Haushaltssituation sind präventive Maßnahmen sowie alltagspraktische Hinweise (z.B. Umgang mit Behörden, Einnahmen/ Ausgabenübersicht,  Verbraucher-Tipps) erforderlich. Aufgrund vielfältiger Problemlagen ist der Bedarf an spezialisierten Hilfsangeboten aufzudecken und gegebenenfalls Motivation zu deren Inanspruchnahme bzw. Vermittlung notwendig.